Vegan und seine Mythen

Vegan und seine Mythen

Vegane Ernährung - Mythen und GerüchteAlle langjährigen Veganer können bei den in diesem Artikel folgenden Aussagen meist nur noch den Kopf schütteln.
Wie oft man dies und jenes liest oder hört, oder immer und immer wieder mit den aberwitzigsten Mythen und Gerüchten konfrontiert wird – dies scheint offenbar in der „Verdrängungsnatur“ der Menschen zu liegen – wer nicht will das sich etwas ändert oder schlichtweg sich schlichtweg nicht mir der Thematik auseinandersetzen will, verbreitet oftmals absurde Glaubenseinstellungen oder Halbwahrheiten oder verbreitet diese unreflektiert weiter.

Fleisch spendet Kraft!

Entgegen dieser seit geraumer Zeit fest verankerten Glaubenseinstellung – Fleisch verleihe einem nach dem Konsum Kraft und Leistungssteigerung – ist nicht nur unserer Ansicht nach genau das Gegeneil der Fall. Wissenschaftler aus Wien haben in einem Gladiatoren-Grab gefundene Knochen untersucht und konnten feststellten das sich diese Gladiatoren hauptsächlich vegan / vegetarisch ernährten.
Als möglicher Grund für diese Ernährungsweise wird hier die mit einer größtenteils pflanzlichen Ernährung verbundene Kraft- und Ausdauersteigerung genannt, welche zu Vorteilen im tödlichen Kampf geführt haben könnte – es ist jedoch auch möglich, dass Fleisch generell nicht für die „Todgeweihten“ zur Verfügung stand.

Sehr sicher sind sich verschiedene Anthropologen jedoch, dass Römische Legionäre vor einer anstehenden Schlacht auf den Konsum von Fleisch verzichteten – offenbar wussten sie über dessen Wirkungsweise auf den Körper Bescheid, und wenn es um Leben oder Tod geht, kann ein träger und langsamer Körper den Unterschied zwischen Sieg oder Niederlage darstellen.
Heutige Athleten haben haben ähnliche Erfahrungen gemacht – und zwar eine rein pflanzliche Ernährung verleiht eben mehr Kraft und Leistung, und verbessert zudem die Rekonvaleszenz.

Carl Lewis „Leichtathlet des Jahrhunderts“ (9x Gold Olympische Spiele, 8x Gold Weltmeisterschaften) erzielte nach eigenen Angaben seine besten Leistungen als er sich rein pflanzlich ernährte.

Serena Williams, Tennisspielerin (21 Grand Slam Titel im Einzel, 13 im Doppel und 2 im Mixed), und ihre Schwester Venus Williams, Tennisspielerin (7 Grand Slam Titel im Einzel, 13 im Doppel und 2 im Mixed) leben beide vegan.

Vegane Ernährung führt zu Eisenmangel!

Weltweit gesehen ist der Eisenmangel der am häufigsten vorkommende Mangel des Menschen, dies liegt jedoch weniger an einer veganen Ernährung, da die Mehrzahl der Menschheit nicht vegan lebt, viel eher trifft ein Eisenmangel diejenigen Menschen, die sich einseitig und ungesund ernähren. Unter einem Eisenmangel können sowohl ein Veganer, wie auch ein Nicht-Veganer leiden. Prinzipiell muss auf eine ausgewogene und bewusste Ernährung geachtet werden. Festgestellt wurde das Milchprodukte und Eier die Aufnahme von Eisen hemmen können. Wer sich also pflanzlich ausgewogen, abwechslungsreich und vielseitig ernährt, wird einem Eisenmangel vorbeugen.
Viel Eisen steckt in folgenden pflanzlichen Lebensmitteln: Spinat, Salat, Vollkornprodukte, Hirse, Hafer, Amarant, Sojabohnen, Kichererbsen, Linsen, Pistazien, Sesamsamen (Tahini – wird im Hummus verwendet), Trockenfrüchte (Aprikosen, Datteln, Pfirsich), Nüsse (Mandeln, Walnüssen, Erdnüsse, Haselnüsse)

Vegane Ernährung führt zu Eiweißmangel!

Da in fast jedem Lebensmittel Eiweiß in unterschiedlichen Mengen vorhanden ist, kommt es in westlichen Ländern praktisch nie zu Mangelerscheinungen, sofern auf eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung geachtet wird. Lediglich in Fett, Zucker und Alkohol ist kein Eiweiß enthalten. Die Behauptung das veganer somit an einem Eiweißmangel leiden, ist an den Haaren herbeigezogen.
Lebensmittel mit einem hohen Eiweißgehalt: Hülsenfrüchte (Sojabohnen, Kidneybohnen, Linsen, Erbsen, Kichererbsen), Gemüse (Spinat, Brokkoli, Kohl, Pilze, Salat, …), Getreide, Nüsse und Samen

Veganer sind Extrem!

Allzu oft werden Veganer als extrem dargestellt. Sie werden zeitweise schon fast diskriminiert, als Verrückt abgestempelt. Wenn man dies ein wenig genauer betrachtet, sind Veganer wirklich extrem? Oder ist es eher so, zur Wahrung seines eigene Standpunktes, alles andere, was diesem nicht entspricht, diesem bedrohlich erscheint, als radikal zu verteufeln.

Veganer und Veganerinnen sind extremNehmen wir dieses „extreme Verhalten“ eines Veganers einmal genauer unter die Lupe, muss auch der blutrünstigste Fleischfresser zugeben, dass die Tiere nicht totgestreichelt werden, sondern aus reiner Lust für den leiblichen Genuss und jahrhunderter alter Traditionen, gezüchtet und letzten Endes aufgeschlitzt, zerkleinert und gut portioniert werden.

Längst wissen viele Menschen, der Konsum von Fleisch ist nicht Lebensnotwendig, der Verzehr großer Mengen sogar unter Umständen gesundheitsschädlich, betrachtet man nur das oftmals erwähnte erhöhte Risiko an Herzerleiden, Krebs, Schlaganfall, Diabetes und Altsheimer zu erkranken.

Vegetarier waren in den 70er Jahren genauso exotisch wie heute die Veganer, oftmals ebenfalls als extrem bezeichnet. Veränderungen machen vielen Menschen Angst, überfordern diese, eine konsequente Ablehnung ist somit nur die rationelle Reaktion. Heute wird kein Vegetarier mehr belächelt, Gesellschaftlich sind diese voll auf akzeptiert, so gut wie jedes Restaurant bietet seinen Gästen eine fleischlose Alternative an.
Die unwissende Mehrheit der Leute stellt sich dann die Frage: „Vegetarier kann ich ja noch verstehen, aber gleich Vegan, nix mehr vom Tier, ist doch ein bisschen Extrem, oder?!“

Viele Menschen wissen leider nicht, was die Tiere alles mitmachen müssen. Eine Kuh hätte eine Lebenserwartung von ca. 20 Jahren, die Milchkuh lediglich 5, da die Milchleistung in diesem Alter bereits so weit abnimmt, dass sie für den Bauer als Milcherzeuger nicht mehr rentabel genug ist, der Gang zum Schlachter die Folge. In diesem kurzen Leben wird die Kuh bis zu fünf Mal künstlich befruchtet, ihr Kalb sofort nach der Geburt entrissen. Die glückliche Biokuh auf der Weide ist eine Wunschvorstellung des Konsumenten, kein Bauer kann es sich im heutigen Zeitalter mehr leisten, in einer solchen Phantasiewelt zu leben. Wenn dies nicht Extrem ist, hat die Gehirnwäsche über all die Jahre erfolgreich seinen Dienst verrichtet.

Heute ist längst bewiesen, Tiere haben Gefühle, ein soziales Verhalten, schließen Freundschaften, egal ob unsere Haustiere Hund und Katze oder Kuh, Schwein und Huhn. Wir wollen doch nicht unsere lieben Vierbeiner zu Hause ausbeuten, warum aber die liebenswerten Tieren da draußen?

17. September 2015 / von / in

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